Donnerstag, 28. April 2016

Aus alter Jeans mach neue Tasche


Eine super Inspirationsquelle für neue Ideen und tolle Nähwerke war das Nähcamp 2016. Die Chobe Bag von Ellepuls ist mir dort mehrmals über den Weg gelaufen und irgendwie hat sie mich extrem angelacht. Die Idee, einzelne Jeansstreifen zu einer Tasche zusammenzunähen ist einfach, aber genial finde ich. Noch dazu ist es eine super Verwertungsmöglichkeit für alte bzw. abgetragene Jeans. Und davon habe ich momentan reichlich.

Seit ich Mama bin, habe ich nämlich einen höheren Jeansverschleiß. Das liegt nicht mal daran, dass sie nicht (mehr) passen, sondern daran, dass sie an den Knien schnell durchgescheuert sind. Das ständige auf dem Boden Rumrutschen und auf "Augenhöhe" Hantieren bekommen ihnen wohl nicht so gut. Ok, mit 14 habe ich noch absichtlich Löcher in die Hose geschnitten...inzwischen ist mir eine intakte Hose lieber.
Jedenfalls habe ich hier einige alte Jeans herumliegen, die eine neue Bestimmung suchen. Die erste Tasche sollte erst mal ein Testmodell werden...einfach ein schnelles Projekt zwischendurch.


Schnell genäht ist die Tasche auch wirklich...bis auf den Henkel. Der ist aber auch ein echter Hingucker und jede einzelne Sekunde der Arbeit wert! Schon allein wegen dem Tutorial lohnt es sich den Schnitt zu kaufen, finde ich!



Leider muss ich aber sagen, dass mir mein Henkel nicht ganz so gut gelungen ist. Das liegt allerdings nicht an der Anleitung, sondern an meinem Unvermögen, mich an Anleitungen zu halten. Oder man könnte auch sagen, dass ich zu faul war, um in den Baumarkt zu fahren und mir ein dickeres Stück Seil zu kaufen. Insgesamt ist das Seil (das ich hatte) nämlich zu dünn für den Lederbezug, der drumherum genäht wird. Deswegen liegen die Kanten auch nicht Stoß an Stoß und so habe ich auch die Naht nicht richtig schön straff ziehen können.
Es empfiehlt sich hier übrigens WIRKLICH richtig festes und gutes Garn zu kaufen...sonst macht ihr den Henkel zweimal...oder gar nicht mehr, weil ihr zwischendurch genervt aufgebt. Normaler Faden reißt nämlich sehr leicht.
Aber es war ja eigentlich auch "nur" ein Probeteil.
Inzwischen war ich im Baumarkt und das richtige Seil liegt schon für das nächste Mal im Keller. Sicherheitshalber sind es gleich schon mal 2 Meter geworden...ihr seht schon...da kommt noch was.


Die Chobe hat genau die richtige Größe als Handtasche - also für mich zumindest. Es geht schon mal ein kleiner Einkauf rein, aber sie ist auch nicht so klobig, dass sie einem ständig im Weg rumhängt.
Für den Moment hat sie meine Schnabelinabag abgelöst.


Eine zusätzliche Außentasche ist auch noch wirklich praktisch.
Das Hinterteil der Tasche ist aus zwei Teilen genäht. So viel Hosenstoff war am Ende nämlich gar nicht mehr übrig. Tatsächlich hat die Chobe eine komplette Jeans in der Größe 38 geschluckt. Perfekt also...keine großen Reste...alles verarbeitet.


Beim Absteppen der einzelnen Streifen habe ich einen 3-fachen Geradstich verwendet. Anders als in der Anleitung habe ich allerdings alle Nähte auseinandergebügelt und einzeln abgesteppt. Bei mir ist es also die doppelte Anzahl an Nähten. Mir gefällt es gut so. Beim nächsten Mal werde ich aber die ursprünglich im Ebook angegebene Variante ausprobieren.
Übrigens habe ich mich bei Christine in den coolen Pinken Akzent vom Reißverschluss und den Nähten verguckt sodass ich es einfach genauso nachmachen musste.


Der Boden ist - so wie der Henkel - aus einem ziemlich coolen Kunstleder, welches mir wirklich sehr gut gefällt. Das war ein Zufallsfund bei Stoffe-Hemmers. Es ließ sich auch wirklich schön verarbeiten und bis jetzt ist es absolut schmutzresistent und pflegeleicht.

Nur mit der Halterung für den Taschenhenkel hatte ich ein wenig Probleme. Das lag allerdings am Stylefix Klebeband. Damit sollte man nämlich die Halterung doppellagig zusammenkleben und dann alles mit einem "X" fixieren. Das hat bei mir leider so überhaupt nicht funktioniert, weil die Nadel ständig (durch das Stylefix) verklebt ist. Hier hätte ich auch nicht irgendwie um das Tape herumnähen könne. Beim nächsten Mal würde ich es einfach weglassen und entweder alles per Hand gut festhalten, oder zur Not auch eine Stecknadel zu Hilfe nehmen. Die Einstichlöcher werden ja sowieso zugenäht, wenn man sie schön an den Rand steckt.
Also bei mir hat sich diesmal jedenfalls oft der Ober- mit dem Unterfaden nicht verschlungen und so sind sehr unschöne Nähte entstanden.


Wirklich lange habe ich nach großen (und schönen) Karabinerhaken gesucht. Die Standardmaße mit 2,5cm Durchlass gibt es ja überall, aber sobald man einen 4cm Durchlass haben möchte, wird die Auswahl schon sehr klein. Da gibt es dann auf der einen Seite die China-Billigproduktion mit 20 Stück für zwei Euro inklusive Versand. Und auf der anderen Seite die Markenware, bei der EIN Karabiner schon acht Euro kostet. Hier bin ich zufällig auf günstige aber trotzdem gute Qualität gestoßen. Und wie es immer so ist, habe ich natürlich nicht nur die Karabiner bestellt...aber davon erzähle ich euch in den nächsten Posts.


Mein neues, gestempeltes Logo musste natürlich auch gleich mit drauf.


Gefüttert habe ich die Tasche mit einem dünnen Baumwollstoff, den ich mir mal auf dem Stoffmarkt mitgenommen habe. Er hat zwar nicht genau das gleiche Pink wie der Reißverschluss, ist aber nah genug dran.


Zuerst wollte ich ja keine Innentasche machen, weil ich sowieso alles immer nur querbeet in die Handtasche schmeiße. Aber zumindest das Handy sollte einigermaßen geschützt sein...das kommt nämlich auf wundersame Weise immer genau neben dem Schlüsselbund zu liegen und das verkratzt immer so toll das Display. Mal sehen, ob die Tasche dagegen helfen kann.


Dafür habe ich eine Gesäßtasche der Jeans abgetrennt und an den Futterstoff angenäht. Beim ersten Mal gleich mal falschherum sodass ich alles noch mal abtrennen durfte. Und nein, die Arbeit mit dem Nahttrenner hat für mich absolut nichts Meditatives. Im Gegenteil. Ich ärgere mich bei sowas (über mich selbst) immer wie ein Rumpelstilzchen.


Also ich mag sie sehr, meine neue Chobe! Obwohl sie eigentlich nur ein Probeteil ist.
Beim nächsten Mal werde ich verschiedenfarbige Jeansstreifen ausprobieren und noch ein paar mehr Details einarbeiten. 
Jetzt kann ich wieder guten Gewissens bei einer Jeans nach der anderen die Knie durchscheuern.
Ich freue mich schon richtig darauf.


Verlinkt bei: RUMS, Old Jeans - neue Bag, Mount Denim ade, Alte Jeans - neues Leben und Taschen und Täschchen
Schnitt: Chobe Tasche von Ellepuls inklusive Henkeltutorial
Stoff: Eine komplette Jeanshose (Größe 38), Kunstleder von Stoffe-Hemmers, Baumwollfutter vom Stoffmarkt
Sonstiges: Karabinehaken mit ca. 4cm Durchlass, D-Ringe ebenfalls von Pepelinchen, Hohlnieten von Prym, Reißverschlüsse von Snaply

Kommentare:

  1. Tolle Tasche! Ja, Elke hatte so eine unglaublich tolle Idee! Meine zugeschnittene Chobe liegt hier schon ein Weilchen, ich komm einfach nicht dazu!

    Ich war auch im Camp und kann mich so gar nicht an dich erinnern! Verrückt!

    Einen schönen Vizefreitag wünsch ich Dir!
    Gruss Nicole aka belleprairie

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  2. Ich finde die Chob Bag so so cool! Gerade den Henkel und natürlich das Upcycling - Thema. Wenn ich Handtaschen tragen würde- dann wäre das das erste Schnittmuster das ich kaufen würde...
    Wie ich dem Post entnehme, folgt noch mindestens eine- vielleicht bekommst du mich foch noch überzeugt ;-)
    Liebe Grüße Miriam

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  3. Ich finde, sie ist schön geworden, Deine Tasche, Probestück hin oder her, auch wenn ich normalerweise nicht so der Jeans-Upcycling Fan bin. (Hah! Sagt die, die gerade Jeansstoffkarten für den Tausch produziert und über eine Picknickdecke aus Jeans und Hemden nachdenkt...) Den tollen Henkel habe ich schon mal bei Ines Nähzimmerplaudereien bestaunt. Wenn ich Handtaschen benutzen würde, wäre das mit Sicherheit ein Favorit! Vielleicht kaufe ich mir das E-Book aber auch rein nur wegen des Henkeltutorials und schaue mal, wie ich den anderweitig kreativ einsetzen könnte. Weißt eh: Rumtüfteln geht bei mir immer :-) Liebe Grüße, Gabi

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  4. So cool deine Chobe Tasche. Und pink ist einfach so schoen. Ich hoffe es geht dir gut.
    Liebe Gruesse
    Christine

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  5. Super toll!!! An den Jeansverschleiß kann ich mich auch noch sehr gut erinnern... als ich mit meinen
    Kids noch viel auf dem Boden rumgekrochen bin, waren bei meinen Jeans auch dauernd die Knie durch :-)
    LG Bine

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  6. Die ist richtig gut geworden, liebe Charlie. Die Sache mit dem Henkel ist leider so, dass man sich an die Anleitung halten muss ;-) Aber vielleicht nähst du sie ja irgendwann noch einmal und dann weißt du ja Bescheid.
    Liebe Grüße,
    Elke

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  7. Sehr schöne Chobe, toll finde ich ja, das jeder so seine Vorlieben mit einbaut und sie doch jedesmal anders aussieht.
    Lieben Gruß,
    Petra

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  8. Wow! Die ist sooo genial! So eine möchte ich auch ganz unbedingt haben! Aber ich bin immer zu faul zum Taschennähen ... Super Idee mit der alten Jeans (meine gehen seit der Geburt der Tochter auch deutlich schneller an den Knien kaputt), auch die Innentasche find ich cool. Und was am Henkel jetzt nicht so gelungen sein soll, kann ich nicht sehen, für mich sieht der total professionell aus mit dem Kunstleder. Also ich find die Tasche einfach rundum super :-) :-)

    LG
    Kristina

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  9. Oh ja, der Schnitt ist einfach klasse.
    Das Rot zum Absteppen sieht toll aus.
    Danke fürs Mitmachen.
    LG Jasmin

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  10. Die ist mega schön! Da hat sich die Arbeit total gelohnt! Die Innentasche ist eine super Idee!
    Liebe Grüße

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  11. Eine tolle Tasche ist es geworden. Die Chobe wird wohl irgendwann in allen Blogs zu sehen sein. Ich werde Sie mir irgendwann im Sommer, hoffe ich, nähen. Die pinken Nähte finde ich total cool. Danke auch für die vielen Tipps, ich bin nämlich auch nur ein halber Anleitungsnäher und würde wohl ähnliche Fehler machen. LG Anja

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